Vintage Möbel

Vintage

Vintage ist eine Stilrichtung. Möbel und Gebrauchsgegenstände, auch Kleidung gehört dazu, müssen alt sein oder zumindest alt aussehen.

In den vergangenen Jahren hat sich Vintage, als Begriff für Produkte, die Gebrauchsspuren aufweisen, durchgesetzt. Ich habe mich gefragt, wie ist es möglich geworden, dass sich viele von uns, bewusst, für diesen Trend entschieden haben.

Blicken wir einmal weit zurück. In den fünfziger Jahren des 20ten Jahrhunderts, also kurz nach dem zweiten Weltkrieg, kamen die ersten Jeanshosen nach Deutschland. Gleichzeitig kamen damit auch amerikanische Spielfilme, Cola und der amerikanische Lebensstil zu uns.

Schon bald eiferten wir den optischen Erscheinungen unserer amerikanischen Filmhelden nach, denn die trugen Bluejeans an den Beinen.

Unsere gekauften Jeanshosen waren bretthart, weil eine Schlichte (Stärke, die beim Weben die Fäden schont und auch das Nähen erleichtert) die Stoffe überzog. Die Indigofärbung war tiefblau und makellos, vom Bund bis zu den Säumen an den Beinen, die einige Centimeter über den Schuhen endeten. Also, so sahen die Jeans von James Dean aber nun wirklich nicht aus.

Also setzten wir, die inzwischen „Vintage-Generation“, uns mit Scheuerpulver und Wurzelbürste, die Hose am Körper, in das warme Wasser einer Badewanne und schrubbten die Oberschenkel bis zu den Knien, bis das Wasser von Schlichte und der blauen Indigofarbe getränkt war.- Jetzt hatten wir eine weiche Jeans, mit Gebrauchsspuren und der Illusion, dass die Hose nun auch enger am Körper liegen würde. Die erste, gewollt produzierte, Vintage – Kleidung war geboren.

Jeans Vintage

Etwa 40 Jahre später sah man Claudia Schiffer, mit der ersten, an den Knien aufgeschlitzten Jeanshose, auf einem Foto in Paris. Ich weiß ganz bestimmt nicht, ob das der Anfang von Vintage – Kleidung war, aber ich habe es so wahrgenommen.

Vintage Kleidung

Vintage Möbel

An Vintage Möbeln hatte damals, in den 50er und 60er Jahren noch niemand Interesse, denn es musste alles neu und schön sein, in den Jahren des sogenannten Aufschwungs. Erst mit den Wirtschaftswunderjahren und der damit einhergehenden Einkommenssteigerung, stieg die Nachfrage nach echten Antiquitäten in unseren Wohnräumen. Wobei man wissen sollte, das eine Antiquität älter als 100 Jahre sein sollte, um diesen Begriff zu verdienen.

Aber es geht ja hier um Vintage, sprich alt oder alt aussehende Gebrauchsgegenstände. Wie kam das also, mit den Vintage-Möbeln und der immer stärker werdenden Nachfrage?

Vintage Möbel

Mögliche Ursachen für die Nachfrage nach Vintage-Möbeln

  • Das Aufkommen von Flohmärkten und den damit verbundenen preisgünstigen Angeboten für gebrauchte Möbel.
  • Immer mehr Studenten, die sich am Studienort preisgünstig einrichten wollten und gebrauchte Möbel aus der Familie oder von Freunden und Bekannten verwendeten.
  • Erbschaften mit Möbeln aus der Vorkriegszeit, von denen man sich aus emotionalen Gründen nicht trennen wollte.
  • Kreative Innenarchitekten, die Vintage Möbel akzentuiert einsetzten und neue Wohnideen kreierten.
  • Das Aufkommen des Internets und den damit verbundenen Möglichkeiten des Anbietens oder Suchens von gebrauchten, also von Vintage Möbeln.
  • Das Bedürfnis nach Qualität und Nachhaltigkeit.

Fazit Vintage

Vintage ist ein schon lange anhaltender Trend, der inzwischen auch die industrielle Fertigung erreicht hat. So ist das eben, wenn die Nachfrage groß genug ist, wird in Massen produziert. Was vorher Einzelstücke und Unikate waren, wird in Fernost in Serie hergestellt und in USA und Europa preisgünstig verkauft.

Über diese Entwicklung denke ich weder positiv noch negativ, denn bekanntlich hat die Medaille immer zwei Seiten. Einerseits sehe ich es positiv, dass wir nicht mehr so viele einheitliche Möbeleinrichtungen vorfinden. Andererseits ist jede nachgemachte, also imitierte Variante von alt, von gebraucht, sprich Vintage, ein Selbstbetrug.

Ich bleibe selbstverständlich bei dem was mir Freude macht und bemale auch weiterhin gebrauchte Möbel aus europäischer Produktion, die einen hohen Echtholz-Anteil haben und damit Vintage in meinem Sinne sind.

Kürzlich habe ich übrigens eine Künstlerin kennenlernen dürfen, die Vintage Möbel mit der Serviettentechnik und einer Bemalung versieht. Hierzu später mehr, denn Tania, so heißt sie, wird schon bald bei Titus Schwan mit einem Shop vertreten sein, der Vintage Möbel zeigt, die wirklich echt „Vintage“ sind.

Vintage Möbel

Bekanntlich sagt ein Bild ja mehr als tausend Worte und so machte ich mich auf dem Weg zur Bildersuche in der besten Suchmaschine der Welt und wurde in meiner Vermutung bestätigt, dass Vintage Möbel der absolute Trend sind. Die Bilder – und Angebotsflut sind geradezu überwältigend. Darüber habe ich mich schon ein wenig gewundert und darum beschäftigte ich mich näher mit dem Begriff und den Angeboten zu diesem Trend.

Es ist nicht alles Gold was glänzt und nicht alles, auf dem Vintage steht, beinhaltet auch Vintage. Der Welthandel macht es möglich und die Ausbeutung von Menschen macht nicht nur in der Textilindustrie negative Schlagzeilen, sondern inzwischen auch bei der Möbelbranche, die sogenannte Vintage Möbel in Fernost und anderen Billiglohnländern fertigen läßt.

Bezugnehmend auf der Begriffserklärung bei Wikipedia, dass Vintage etwas mit alt und gebraucht aussehend zu tun hat, kann bei vielen Möbeln dieser Stilrichtung nun wirklich nicht die Rede sein.

Gut, gebraucht aussehend, läßt sich mit Schmirgelpapier oder Winkelschleifer leicht bewerkstelligen. Und das Holz ist oftmals tatsächlich alt.

Ganze Fabriken gibt es in Billiglohnländern, die alte Holztüren, Bootshölzer- und Gebäudehölzer zerlegen und daraus neue Möbel fertigen.

Hier und dort werden manchmal Farbschichten aufgetragen und anschließend, partiell, wieder abgetragen. Das Ganze wird dem Verbraucher dann als Vintage Möbel angeboten. – Na ja, wer es glaubt oder so sehen will, meinetwegen.

Mein Verständnis von Vintage Möbel ist da ein Anderes, wobei ich keineswegs behaupte, es sei die einzig Wahre Sichtweise für den Begriff „Vintage Möbel“.

Titus Schwan und auch der hier mit einem eigenen Shop vertretene Künstler „Stefan Krebs“, sehen in der europäischer Möbelmanufaktur der Nachkriegszeit die Fundgrube für Vintage Möbel.

Besonders in Wohnungsauflösungen, mit Möbeln aus den Jahren 1948 – 1980, sind wahre Schätze hochwertiger Möbel zu finden. Warum ist das so? – Zu dieser Zeit, wurden Möbel noch aus massivem Holz und hochwertigen Hölzern gefertigt. Möbel die „gehalten“ haben und nicht beim ersten, spätestens dem zweiten Umzug in den Sperrmüll mussten, weil sie auseinanderbrachen, wenn man sie schief angesehen hat.

Echtholzmöbel aus alten Zeiten, schön aufgearbeitet, das Holz und seine Maserung wieder zum Leben erweckt oder mit einem edlen Anstrich geziert, das ist Vintage, nach dem Verständnis von Titus Schwan.

Der Duisburger Künstler Stefan Krebs kauft zum Beispiel alte Holzstühle, reinigt und repariert sie und bemalt sie anschließend, in freier Interpretation großer Gemälde der Moderne. Was dabei herauskommt ist:

  1. Kunst auf Stühlen
  2. Vintage Möbel
  3. Nachhaltigkeit und Umweltschutz
  4. Wertschätzung alter Tischler- und Handwerkskunst
  5. Unikat Möbel

Und der Oberlehrer Titus Schwan, was macht der?

Zunächst überlegt er sich, ob dieser Artikel überhaupt veröffentlicht werden sollte, denn Besserwisser und Oberlehrer will ich bestimmt nicht sein. Und falls dieser Beitrag zu Vintage Möbel doch veröffentlicht wird und Sie ihn sogar gerade lesen, so bitte ich um Nachsicht, mit einem älteren Herrn mit Eigensinn.

Titus Schwan kam ganz zufällig zu seiner „Art“ auf Vintage Möbeln.

Es bestand bei mir der dringende Bedarf nach einem kleinen Kleiderschrank. Weil wenig Geld zur Verfügung stand und der Einkauf in einem schwedischen Möbelhaus nicht zur Debatte stand, besuchte ich ein Sozialkaufhaus und wurde fündig.

Naja, nun sollte das preiswerte Stück, aus echtem Holz, aber auch noch schön aussehen und farblich zur Einrichtung passen. Die erste Herausforderung, ein Möbel mit Farbe zu versehen. Zuerst dachte ich an den klassischen Vintage – Stil, mit Kalkfarbe einen Anstrich aufzubringen. Dann besann ich mich auf meine Leidenschaft für das Malen und Gestalten. So entstand aus einem alten Schätzchen der erste von Titus Schwan bemalte Dielenschrank. – So kam Titus Schwan zu Vintage Möbeln und zu bemalten Möbeln.